Der perfekte Dachboden für Hobbyzüchter

Welche Umgebung eignet sich zur Zucht?

Wer in die Taubenzucht einsteigen will, braucht zuerst geeignete Räumlichkeiten. Zwar leben Tauben in freier Wildbahn, doch solche Stadttauben sind bei der Bevölkerung und den Behörden sehr verpönt. Sie sind das Ergebnis von Haustauben, die den Weg zu ihrem Zuhause nicht mehr gefunden haben. In Wettkämpfen wird das Tier in freier Wildbahn an einer beliebigen Stelle ausgesetzt. Nun muss sie den Weg zu ihrer Stange ohne fremde Hilfe finden. Eine gute Taube würde dies ohne Probleme schaffen, doch nicht alle Tiere sind so schlau. Manche finden den Weg nicht und werden zu Stadttauben. Dabei ist den Tieren der Trieb angeboren, stets wieder zu sich nach Hause zu finden. Tierschützer klagen diese Tradition als Quälerei an, aber kann man einen Instinkt als nicht artgerechte Haltung bezeichnen? In Gegenden wie dem Ruhrgebiet sind Posttauben eine alte Tradition, die weiterhin gepflegt werden sollte. Damit sich eine Taube prächtig entwickeln kann und natürlich auch den Weg zu ihrem Schlag zurückfindet, ist eine professionelle Zucht notwendig. Jungtiere und Vögel müssen darauf Platz finden, im Normalfall sollte Raum für etwa 24 Tiere zur Verfügung stehen.


Wie muss der Raum gestaltet sein?

Der Raum sollte geräumig sein und in der Mitte über einen Taubenschlag verfügen. Je nach Bauart kann dieser an einer Zimmerwand angebracht werden. Eine Bauvariante des Schlags sind kleine Kästchen, die wie Bienenwaben aussehen. Mit einem Unterschied: Sie sind rechteckig gebaut und mit Stroh gefüllt. Von außen können sie entweder verglast, oder komplett frei sein. Dies ist abhängig vom Alter und der Tierart. Eine Taube ist nicht gleich Taube, es gibt besondere Zuchttiere, die auch einen höheren Marktpreis genießen. So ein Tier wird fast schon wie eine Art Sammlerstück betrachtet, manche edlen Vögel werden sogar mit Stammbaum verkauft. Spezielle Urkunden belegen eine exklusive Abstammung. Ganze Nachttische können mit solchen Papieren verziert werden, sie machen auch optisch viel her. Wer so ein Tier in seinem Schlag hat, sollte sich natürlich intensiv um dieses kümmern. Mit etwas Glück gibt es mit dieser Taube Nachkommen, die dann von edler Herkunft sind. Als weitere Schlagalternative kommt eine Art Vogelhaus in Betracht. Im Stadtpark sind oft kleinere Vogelhäuser zu sehen, für Tauben sind die auch erhältlich. Diese sind meistens aus Holz gefertigt und bieten den Tieren zum Einstieg ein kleines Loch an. Im Vergleich zum anderen Schlag ist dieses deutlich artgerechter und bietet einer Taube mehr Privatsphäre an. Es lässt sich streiten, ob der Vogel so was benötigt, doch ein Taubenhaus sieht viel schöner aus.


Was sollte bei der Ausstattung beachtet werden?

Die Dachbodentür sollte natürlich gut verschlossen sein, damit die Tiere nicht in die Wohnung fliegen. Es empfiehlt sich, eine zweite Tür anzubringen bei einem langen Gang. So können entflohene Vögel leicht eingefangen werden. Sollte die Tür sofort in der richtigen Wohnung münden, kann als Alternative ein Netz gespannt werden.
Der Dachboden sollte stets ausreichend gelüftet werden, denn der Gestank kann vor allem im Sommer unerträglich werden. Besonders die Nachbarn werden sich über den frischen Geruch von Tauben freuen. Welche Düfte gemeint sind, kann sich wohl nun jeder selbst denken. Wenn auch die gereade neu gekauften Betten nach Vogel riechen, kann das Grundlage für eine Kündigung des Mietverhältnisses sein. Wer in seinem Haus nur Mieter ist, sollte deshalb vor dem Einzug alle rechtlichen Rahmenbedingungen klären.
Im Sommer sollte die Luke stets geöffnet sein, denn die Tiere wollen schließlich auch fliegen. Wegen dem angeborenen Heimatinstinkt kommen sie auch immer wieder zurück. Auch wenn es hart klingt, aber die Tiere die den Heimweg nicht schaffen, sind eine Zucht nicht wert. In traditionellen Taubenzuchtregionen sind solche Vögel stets im Teller in Form von einer guten Mahlzeit gelandet. Guter Flug!