Das richtige Schuhwerk im Taubenkäfig

Tauben sind an sich schon ein schönes Hobby, doch wer einmal den Hochflugtaubensport kennengelernt hat, entwickelt erst echte Leidenschaft. Nie wieder wird der Taubenliebhaber auf die Hochflugtauben in seinem Taubenschlag verzichten wollen oder sich gar für eine andere Rasse als die Wiener Hochflieger begeistern.

Die Wiener Hochflieger haben nämlich, neben ihrem herausragenden Können und Temperament im Flug, auch noch optische Vorzüge zu bieten. Diese Rasse ist die kleinste, aber auch schnittigste unter allen Hochflugtauben und überzeugt im Schlag durch eine markante stolze Figur.

Der Hochflugtaubensport ist allerdings nicht jedermanns Sache, denn er erfordert viel Verständnis und Einfühlungsvermögen in die Eigenarten der Tiere. Tierfreunde achten hier natürlich besonders auf die tiergerechte Ausübung des Sportes. Eine saubere Schlagführung, sowie ausreichend Platz und für jede Taube ein eigenes Sitzbrett, um sich nach den Strapazen des Hochflugs auszuruhen, sind eine Notwendigkeit. Der Taubenschlag muss bautechnisch trockene und zugfreie Bedingungen schaffen. Der Jaukkasten (die Ausflugsklappe) sollte sich in südlicher Richtung befinden und die Innenklappe aus Plexiglas muss jeden Abend und insbesondere bei Schlechtwetter geschlossen werden.

Beim Betreten des Taubenschlages sollte der Taubenfreund auch darauf achten, entsprechendes Schuhwerk zu tragen. Schuhe von Puma sind da eher geeignet, als topaktuelle Damenschuhe mit High Heels oder Herrenschuhe mit tiefem Profil. Schließlich soll der Taubenschlag trocken und sauber bleiben. Da muss auch beim Schuhwerk darauf geachtet werden, nicht unnötig Dreck und Schlamm ins Taubenhaus zu schleppen.

Taubenfreunde, die in waldreichen Gegenden mit Greifvogel-Vorkommen ihren Taubenschlag haben, sollten auf den Hochflugtaubensport verzichten. Das würde nämlich zu einer echten Tierquälerei, da die Tauben nicht aus Freude am schulmäßigen Hochflug aufsteigen würden, sondern in der Angst ihren größten Feinden, den Greifvögeln, zu begegnen. Bei schlechten Wetterverhältnissen, wie starkem Regen oder Schneefall, müssen die Tauben natürlich aller Orten im Schlag bleiben.

Der Hochflugtaubensport wird übrigens nur vom Heimatschlag der Tauben und bei optimalem Flugwetter betrieben. Der Jauker (der Hochflugsportler) dirigiert hierbei mit einem langen Stab die Tauben von den im Taubenschlag angebrachten Sitzbrettern in den Jaukkasten. Die Innenklappe des Jaukkastens ist dabei geschlossen, während der Jauker beruhigend auf seine Tauben einredet. Manchmal könnte man vermuten, die Tauben verstünden jedes Wort. Zumindest sehen die Tiere den Jauker manchmal so an, als ob. Viele interessiert das allerdings überhaupt nicht und sie hängen bereits am Pracker (dem Abfluggitter). Passend zur Abflugzeit zieht der Jauker nun am Seilzug der Abflugklappe, welche so konstruiert ist, dass sie exakt aufschnellt. Der Stich fliegt ab. Er versucht sich so rasch wie möglich zu sammeln, um gemeinsam mit kurzen, schnellen Flügelschlägen und aufwärts gerichtetem Körper in die Höhe zu schnellen.

So erreicht der Stich in 7 bis 10 Minuten die für den Preis geforderte Höhe. Dort oben wird in geschlossener Formation geflogen. Kippen, Achterschleifen und scharfes Tempofliegen erfolgen wie auf ein unsichtbares Kommando. Ein herrlicher Anblick für den Betrachter, wenn bei klarem Wetter der Stich solch eine Höhe erreicht und die einzelnen Flugphasen im Licht der Sonnenstrahlen die Tauben nur noch als Sterne, die aufblinken erkennen lässt. Ein Schauspiel, das kein Hochflugsportler je wieder vergisst.

Der Höhepunkt des Hochfluges ist das Verschwinden des Stiches in Höhen, in denen die Tauben sogar mit einem Fernglas nicht mehr zu sehen sind. Der Taubenliebhaber sieht seine Lieblinge dann nicht mehr senkrecht über dem Schlag. Sie verschwinden völlig aus dem Blickfeld des Betrachters, um erst nach längerer Zeit wieder aufzutauchen. Die Tauben kehren meist nach 3 bis 3,5 Stunden aus der Höhe zurück und drehen noch ein paar Runden über dem heimatlichen Schlag. Dann landen die Tauben auf dem Dach des Taubenhauses oder auf dem Jagekasten, schütteln kurz das Gefieder durch und verschwinden dann durch den Einsprung (Schuber im Jagekasten) wieder im geliebten heimischen Taubenschlag.